Witz des Tages (Möbi-Edition)

... oder warum Möbi, Witze eigentlich nicht versteht..
Winnie sass heute ungewöhnlich ruhig auf der Gartenbank.
Möbi setzte sich daneben und räusperte sich.
"Winnie, ich habe heute einen ausserordentlich humoristischen Beitrag vorbereitet."
Ich wurde sofort misstrauisch.
Wenn Möbi das Wort humoristisch benutzt, endet meistens jemand in einer PowerPoint-Präsentation.
Er begann:
Ein Modellbauer baut fünf Jahre lang an einer perfekten Boeing 737. Ein Betrunkener stolpert in der Kneipe hinein und zerstört sie komplett. Der Besitzer ist ausser sich vor Wut.
Der Betrunkene schaut auf die Trümmer und sagt ganz gelassen:
"Keine Sorge. Die Blackbox ist sicher noch intakt. Dann finden wir schnell heraus, wer schuld war."
Möbi schaute mich erwartungsvoll an.
Ich schaute zurück.
Er schaute immer noch.
Ich sagte:
"Und?"
Möbi nickte zufrieden.
"Das ist die Pointe."
Ich wartete.
Er wartete auch.
Nach ungefähr einer Minute fragte ich:
"Wo ist denn jetzt der lustige Teil?"
Möbi legte den Kopf schief.
"Der besteht in der fehlerhaften Annahme, dass ein Modellflugzeug über einen Flugdatenschreiber verfügt. Zusätzlich wird die Problemlösung auf eine völlig irrelevante Kausalitätsanalyse reduziert, obwohl die eigentliche Schwierigkeit im materiellen Schaden liegt. Daraus entsteht ein logischer Widerspruch mit humoristischem Potenzial."
Ich nickte langsam, um nicht zu sagen: SUPERLANGSAM!
Dann stand ich auf.
"Möbi."
"Ja?"
"Ich glaube, du bist der einzige Professor auf der Welt, der einen Witz zuerst erklärt und ihn dadurch vollständig eliminiert."
Möbi lächelte.
"Korrekt. Das erhöht die wissenschaftliche Reproduzierbarkeit."
Ich ging mir einen Schaffuccino holen.
Winnies Erkenntnis des Tages
Es gibt Menschen, die erzählen Witze die lustig sind.
Und es gibt Möbi.
Möbi analysiert den Witz so lange, bis er offiziell tot ist und anschliessend eine zwölfseitige Dokumentation über seine Todesursache schreibt.
