Null..Nada und Nix!

09.06.2026
Illustration aus dem Winnieversum von Gerry Dressler zum Thema Schreibblockade: Das Schaf Winnie sitzt mit einer Schlafmütze und einem Bleistift ratlos vor einem leeren Notizblock mit der Aufschrift „IDEE?“. In einer Sprechblase steht „NIX. NULL. NADA. GÄÄÄH!“. Auf dem Tisch liegen zerknüllte Papierbälle und das Buch „57 Perspektivenwechsel gegen das Gefühl, ein Leben lang in der falschen Socke zu stecken“ von Gerry Dressler. Neben ihm steht ein Schild mit der Aufschrift „HEUTE: BLOGPOST SCHREIBEN. ERGEBNIS: NIX.“.
Nix, null, nada! Wenn die Muse im Winnieversum mal wieder tief und fest schläft, hilft manchmal nur ein echter Perspektivenwechsel.

Liebes WinnieVersum...

Oder: Der Tag, an dem mir absolut nichts einfiel

Heute wollte ich einen Blogeintrag schreiben.

Einen richtig guten.

Einen lustigen.

Einen tiefgründigen.

Oder wenigstens einen, bei dem niemand einschläft und sich fragt, was das nun wieder soll!

Das Problem war nur:

Mir fiel absolut nichts ein.

Gar nichts.

Nicht einmal etwas Schlechtes.

Also setzte ich mich an meinen Tisch.

Starrte das leere Blatt an.

Das Blatt starrte zurück.

Nach zehn Minuten hatte das Blatt gewonnen.

"Was machst du?", fragte Möbi.

"Ich suche eine Idee."

"Und?"

"Sie versteckt sich."

Möbi nickte.

"Das kommt vor."

"Seit einer Stunde?"

"Ja."

"Seit zwei?"

"Auch."

"Seit drei?"

"Durchaus."

Das gefiel mir überhaupt nicht.

Also versuchte ich es mit Denken.

Mit mehr Denken.

Mit noch mehr Denken.

Nach einer weiteren halben Stunde tat mir der Kopf weh und das Blatt war immer noch leer.

Da kam Hilde vorbei.

"Wann hast du das letzte Mal etwas anderes gemacht?"

"Wie meinst du das?"

"Wann warst du spazieren?"

"Keine Ahnung."

"Wann hast du einfach mal nichts gemacht?"

"Keine Ahnung."

"Wann hast du zuletzt nur auf einer Bank gesessen und Löcher in die Luft geschaut?"

"Keine Ahnung."

Hilde betrachtete mich eine Weile.

Dann sagte sie:

"Vielleicht liegt genau dort das Problem."

"Welches Problem?"

"Du möchtest ständig etwas aus dir herausholen."

"Natürlich."

"Aber was willst du schöpfen, wenn der Eimer leer ist?"

Das brachte mich zum Nachdenken.

Nicht lange.

Nachdenken hatte heute schliesslich nicht besonders gut funktioniert.

Aber ein bisschen.

Also ging ich nach draussen.

Setzte mich auf eine Bank.

Schaute den Wolken zu.

Hörte den Vögeln zu.

Beobachtete die Schnürpfelfee, wie sie gegen einen Gartenzaun flog.

Zweimal.

Und plötzlich merkte ich etwas:

Vielleicht muss nicht jeder Tag produktiv sein.

Vielleicht muss man manchmal einfach wieder auftanken.

Damit morgen wieder etwas da ist, das man verschenken kann.

Was ich gelernt habe

  • Leere bedeutet nicht automatisch Versagen.

  • Auch Ideen brauchen manchmal Ferien.

  • Man kann nicht ständig schöpfen, ohne nachzufüllen.

  • Und die Schnürpfelfee sollte wirklich nicht mehr so schnell um Kurven fliegen.

Winnie out. 

Share