Hildes Yoga-Kurs

…oder warum gewisse Energien besser nicht freigesetzt werden sollten.
Aso… aso… es isch eso…
Hilde meinte, sie sei eingerostet und müsse mal wieder etwas für ihre Beweglichkeit tun.
"Yoga soll Wunder wirken", erklärte sie stolz.
"Finde ich toll. Dann kommt sie wenigstens nicht auf die Idee, mich wieder auf den Schafsberg mitzuschleppen."
Also stellte sie sich auf eine Wiese und begann mit dem Sonnengruß.
Die Schnürpelfee applaudierte begeistert aus der Luft.
Möbi machte sich bereits Notizen über die erstaunliche Eleganz schwarzer Schafe.
Doch dann kam eine kleine Windböe.
Sie war eigentlich harmlos.
Leider stand ich genau hinter Hilde.
Wo sonst? Vorne? Viel zu gefährlich! Dann könnte sie mich ansprechen, und das artet erfahrungsgemäß wieder in Arbeit aus.
Seitlich? Nöpe. Seitenblicke könnten plötzlich zu Frontalblicken werden… und das endet dann wieder in… na ja… ihr wisst schon.
Also blieb eigentlich nur eine vernünftige Position:
Hinter ihr.
Leider hatte Hilde beschlossen, Yoga barfuß zu machen.
Wind von vorne.
Ich hinten.
Die Wirkung war beeindruckend.
Ich taumelte drei Meter rückwärts und legte dabei einen fünffachen Rittberger hin.
Die Schnürpelfee verlor mitten im Flug die Orientierung.
Sogar die Blumen klappten freiwillig ihre Blütenblätter zu.
Möbi schrieb ruhig in sein Notizbuch:
Manche Energien sollte man besser nicht freisetzen.
Ich nickte.
"Aso… aso… es isch eso… vielleicht wäre der Schafsberg doch die bessere Lösung gewesen… und hinter Hilde zu stehen definitiv nicht."
