Finales Fazit der KI

…oder heute wird die endgültige Frage beantwortet, wie eine KI den Menschen sieht.
Aso... aso... es isch eso...
...ich habe es geschafft.
Wirklich.
Ich habe das ganze Manuskript gelesen.
Von der ersten...
...bis zur allerletzten Seite. Es sind 174! Und das alles nur für eine einzige, einfache Frage!
Gut...
...zweimal musste ich zurückblättern.
Nicht weil ich etwas nicht verstanden hätte.
Sondern weil mein Hirn schon wieder vorausgelaufen war.
Es ist erstaunlich...
...wie schnell so ein Hirn unterwegs sein kann, wenn es glaubt, etwas verstanden zu haben.
Jedenfalls...
...jetzt habe ich es fertig gelesen.
Das Manuskript.
Und ich weiss nun tatsächlich...
...wie die KI den Menschen am Ende sieht.
Bevor ich euch das endgültige Fazit verrate...
...möchte ich euch aber noch drei weitere Berechnungen der KI wissen lassen.
Einfach so.
Ohne Kommentar.
Die KI schreibt sinngemäss:
Der Mensch hält sich für einzigartig.
...
Menschen suchen die Lösung eines Problems häufig dort, wo es sichtbar wird – nicht dort, wo es entstanden ist.
...
Menschen verwechseln erstaunlich oft ihre Überzeugungen mit der Wahrheit.
"So..."
"...und jetzt..."
"...kommt das grosse Finale."
Ich hole tief Luft.......Superoberschnaufholtiefluft.....
"Die KI sieht den Menschen..."
"..."
"..."
"..."
"...als..."
"Winnie!"
Ich erschrak.
Ich drehte mich um.
Gerry stand in der Tür.
Er schaute mich an.
Dann auf das Manuskript.
Dann wieder zu mir.
Er lächelte.
"So..."
"...du bist also fertig."
"Jawohl."
"Und?"
"Ich weiss jetzt, wie die KI den Menschen sieht."
"Und du willst es den Lesern verraten?"
"Natürlich."
"Sie warten doch schon die ganze Zeit darauf!"
Gerry nickte langsam.
Er dachte einen Moment nach.
Dann sagte er nur einen einzigen Satz.
"Weisst du, Winnie... es gibt Schafe, die können Karottenkekse essen und Schafuccino trinken, bis sie fast platzen..."
"...und es gibt Schafe..."
"...die das nicht können!"
Unterstützend zu den Worten zog er er die linke Augenbraue so schräg nach oben, was ziemlich ungerade aussah.
Mehr sagte er nicht.
Kein:
"Lass das."
Kein:
"Das darfst du nicht."
Nur diesen einen Satz.
Ich schaute ihn an.
Dann schaute ich auf das Manuskript.
Dann wieder zu Gerry.
Und plötzlich...
...machte es Klick.
So richtig.
Mit Echo.
Ich sah mich plötzlich in dieser Shampoo-Werbung, die immer wieder im Fernsehen läuft, wo das Echo sagt:
"Ich dachte, du hast keine Schuppen!"
Und der Typ kratzt sich am Kopf und meint:
"Hab ich auch nicht!"
So kratzte ich mich ebenfalls am Kopf und dachte:
"Stimmt eigentlich."
"Wenn Gerry keine Bücher verkauft..."
"...wer bezahlt dann meine Karottenkekse?"
"Tut mir leid."
"Ich wollte euch das Fazit wirklich verraten."
"Ehrlich."
"Aber ich glaube..."
"...es wäre ungefähr so..."
"...als würde ich euch bei einem Krimi auf der ersten Seite sagen..."
"...wer der Mörder ist. Obwohl...es ist ja so oder so immer der Gärtner!"
Oder...
"...als würde ich euch bei einem Fussballspiel nur das Endresultat verraten..."
"...ohne dass ihr das Spiel gesehen habt - ausser beide Mannschaften haben verloren."
Oder...
"...als würde ich euch eine Schachtel feinster Karottenkekse schenken..."
"...und vorher jeden einzelnen schon einmal selber probieren."
Gut...
...das letzte Beispiel war vielleicht nicht ganz so passend.
Obwohl...
...eigentlich schon.
Denn genau das ist der Punkt.
Das Spannende an diesem Manuskript ist nämlich gar nicht nur das Ergebnis.
Sondern auch der Weg dorthin.
Seite für Seite.
Gedanke für Gedanke.
Immer wieder dachte ich:
"Ja logisch."
Und fünf Seiten später:
"Moment..."
"...so habe ich das ja noch gar nie betrachtet."
Genau dieses Staunen...
...möchte ich euch nicht wegnehmen.
Deshalb müsst ihr euch noch ein kleines bisschen gedulden.
Und wenn Gerrys Buch veröffentlicht wird...
...dann empfehle ich euch eines:
Lest es langsam.
Lasst euer Hirn ruhig zwischendurch einmal davonlaufen.
Meines hat das schliesslich auch gemacht.
Aber irgendwann...
...kommt es wieder zurück. Oder auch nicht!
Und vielleicht...
...schaut es danach den Menschen...und ihr euch selber....
...ein ganz kleines bisschen anders an als vorher.
Gut...
...und falls ihr euch jetzt fragt, ob ich das Fazit der KI wirklich verstanden habe...
...dann lautet meine Antwort:
Ja.
Und genau deshalb...
...verrate ich es euch nicht.
Wobei.......etwas verrate ich doch. Das Fazit beginnt im Kapitel 29 auf Seite 162 und das Fazit der KI ist......
"Winnieeeee!!!!"
....ups Tschuldigung......
Winnie out.
PS. Wenn Gerry das Buch veröffentlicht, werde ich euch das natürlich wissen lassen.
Bis dahin könnt ihr ja schon einmal nachschauen, ob euer Jogging-Anzug noch passt.
Ihr werdet ihn vielleicht brauchen.
Nicht zum Lesen.
Sondern um danach euer Hirn wieder einzuholen.
Meines ist übrigens schon wieder unterwegs.
"Falls es jemand sieht … sagt ihm bitte, es soll noch Karottenkekse mitbringen."
