Ferien-Abbruch

14.08.2026
Winnie begutachtet am Strand seinen Schatten und stellt grosse Fragen.
Winnie am Strand

…oder warum ich meine Ferien früher beendet habe

Aso… aso… es isch eso…

…ich bin wieder da.

Ich weiss.

Eigentlich wollte ich zwei ganze Wochen Ferien machen.

Das sind also ganze 14 Tage oder 1'209'600 Sekunden.

Daraus wurden genau aber nur 10 Tage.

Und bevor jetzt jemand fragt:

Nein.

Es hat nichts mit dem Telefonat mit Gerry zu tun.

Also…

…fast nichts.

Eigentlich gar nichts.

Die Sache hat sich erledigt.

Glaube ich.

Jedenfalls sucht mich niemand mehr.

Also zumindest habe ich niemanden mehr gesehen, der mich sucht.

Das ist ja eigentlich dasselbe.

Und Gerry musste auch kein Flugzeug organisieren.

Was im Nachhinein sowieso gut war.

Er hat mir nämlich später erzählt, dass er nachgesehen hat, was ein Privatjet kostet.

Und danach offenbar beschlossen, dass ich schwimmen und laufen kann.

Danke Gerry!

Wirklich.

Sehr fürsorglich!!

Aber das ist eine andere Geschichte.

Und bevor jetzt jemand wissen will, was ich eigentlich gemacht habe:

Nüt!

Also…

…eigentlich nüt.

Und damit wäre das geklärt!

Kommen wir zu dem wirklichen Grund, weshalb ich meine Ferien abgebrochen habe.

Nicht etwa, weil das Wetter schlecht war.

Nicht weil das Hotel unbequem war.

Nicht einmal wegen Hildes Füssen. Die war ja nicht dabei.

Das wäre immerhin ein nachvollziehbarer Grund gewesen, oder die Ferien sogar zu verlängern.

Nein…

…ich musste nach Hause.

Und zwar sofort!

Der Grund dafür ist ganz einfach.

Zumindest wenn man ein bisschen logisch denkt.

Also so wie ich.

Es begann am neunten Ferientag.

Ich spazierte gemütlich am Strand entlang.

Sonne.

Meer.

Möwen.

Schafnixen.

Schafuccino.

Alles perfekt.

Bis ich plötzlich auf meinen Schatten schaute.

Zuerst war er riesig.

Eine Stunde später war er deutlich kleiner.

Am Mittag war er fast verschwunden.

Das lies mich nachdenken.

Moment mal…

Wo ist mein Schatten eigentlich, wenn ich ihn gerade nicht sehe?

Ist er einfach weg?

Oder wartet er irgendwo, bis ich ihn wieder brauche?

Und wenn Schatten immer dort sind, wo Licht ist…

…wo sind sie nachts?

Schlafen Schatten?

Oder haben sie dann frei?

Ich setzte mich auf einen Stein.

Nach ungefähr zwei Stunden war ich mir ziemlich sicher, dass ich unmöglich weiter Ferien machen konnte.

Nicht mit einer derart offenen Frage.

Schliesslich kann ich nicht gemütlich am Strand liegen…

…während mein Schatten möglicherweise irgendwo ganz alleine herumsteht.

Also packte ich meine Sachen.

Die Dame an der Rezeption fragte freundlich:

"War etwas nicht in Ordnung?"

"Doch", sagte ich.

"Alles war perfekt."

"Warum reisen Sie dann früher als geplant ab?"

Mit fest entschlossenem Blick sagte ich: 

"Weil ich zuhause bessere Bedingungen habe, um über Schatten nachzudenken."

Sie schaute mich einen Moment an.

Dann schaute sie mich zusätzlich noch mit ernstem Blick an.

Wahrscheinlich hatte sie verstanden.

Oder sie wollte einfach nur, dass ich möglichst schnell gehe.

Jedenfalls…

…bin ich jetzt wieder zuhause.

Die Ferien waren wunderschön.

Auch wenn sie um ganze 345'600 Sekunden kürzer waren.


Möbis Gedanke

Manchmal genügt ein einziger Gedanke…

…damit plötzlich alles andere unwichtig wird.

Oder wie ich sagen würde:

Ferien kann man jederzeit nachholen.

Offene Fragen leider auch. 😄

Winnie out.


PS. Für alle "Schwerversteher":

Ich bin nun wieder da!

Und für alle Rechengenies:

Zeiteinheiten in Sekunden umzurechnen ist keine gute Idee, denn dann kommt man sich plötzlich so alt vor.


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