Die Katastrophe

25.08.2026
Winnie und Hilde posieren neben Rauchwolken, Feuer und Plakaten mit Warnsymbolen und zeigen ein Untergangsszenario.
Winnie und seine Weltuntergangsszenario-Theorie

…oder warum Wassersparen möglicherweise die gesamte Schafheit retten könnte.

Aso… aso… es isch eso…

…in der letzten Zeit war es heiss.

Sehr heiss.

Und überall sagen sie, man müsse Wasser sparen.

Das macht mir Sorgen.

Nicht wegen mir.

Wegen Hilde.

Wenn nämlich das Wasser knapp wird, kann Hilde ihre Fusscremepflänzchen nicht mehr giessen.

Und wenn die nicht mehr gegossen werden…

…gehen sie ein.

Dann kann Hilde keine Fusscreme mehr machen.

Und wenn Hilde keine Fusscreme mehr machen kann…

…kann sie ihre Füsse nicht mehr eincremen.

Und wenn Hilde ihre Füsse nicht mehr eincremen kann…

…haben wir ein Problem.

Ein grosses.

Ein sehr, sehr, sehr  grosses.

Ein vermutlich mehrere Kantone umfassendes Problem.

Eine super-hyper-gigantomanische Duft(stink)wolke! 

Ich habe das einmal hochgerechnet.

Also nicht richtig.

Aber ungefähr und somit schon fast wieder wissenschaftlich. 

Bei leichtem Westwind dürfte sie nach drei Tagen eine Fläche erreichen, die gross genug ist, dass sämtliche Blumenfelder darin eingehen.

Und wenn die Blumen eingehen…

…haben die Bienen nichts mehr zu bestäuben.

Wenn die Bienen nichts mehr bestäuben…

…haben wir das Problem, welches wir im Kinderschafsgarten schon einmal erläutert bekamen.

Das mit den Bienen und den Blümchen.

Ich habe damals schon nicht richtig verstanden, was die miteinander zu tun haben.

Aber offenbar war es wichtig.

Und wenn die Blumenfelder eingehen, trifft es logischerweise irgendwann auch die Karottenfelder.

Ich weiss nicht genau warum.

Aber Landwirtschaft hängt schliesslich zusammen.

Das weiss jeder.

Und wenn die Karottenfelder eingehen…

…gibt es keine Karotten mehr.

Und ohne Karotten…

…gibt es keine Karottenkekse.

Keine!

Nicht einmal die mit dem Zuckerrand.

An diesem Punkt habe ich gemerkt, dass die Lage ernster ist, als ich zunächst dachte.

Denn eine Welt ohne Karottenkekse…

…ist zwar theoretisch noch eine Welt.

Aber ich weiss nicht, wozu und welchen Sinn dann so eine Welt noch hätte.

Doch damit nicht genug.

Wegen der Duftwolke brauchen nämlich immer mehr Schafe Gasmasken.

Sehr viele Gasmasken.

Vermutlich alle und noch ein paar mehr.

Dadurch werden Gasmasken innerhalb weniger Tage weltweit Mangelware.

Und jetzt wird es gefährlich.

Denn Vulkanologen brauchen Gasmasken, wenn sie aktive Vulkane untersuchen.

Haben sie keine…

…können sie die Vulkane nicht mehr untersuchen.

Werden die Vulkane nicht mehr untersucht…

…weiss niemand, wann einer ausbricht.

Dann bricht plötzlich einer aus.

Dann vielleicht noch einer.

Und weil niemand mehr nachschauen kann…

…möglicherweise alle gleichzeitig.

Ich kenne mich mit Vulkanen nicht besonders gut aus.

Aber Vulkanasche könnte den Himmel verdunkeln. 

Ohne Sonne wächst nichts mehr und äh…
…selbst Schatten bekämen dann Probleme.
Weil ohne Licht können sie sich selber nicht mehr sehen und…
…äh…
…haben Schatten überhaupt einen Geruchssinn?

Egal.

Das muss Möbi klären.

Wobei das dann eigentlich auch egal ist, weil die Karottenfelder zu diesem Zeitpunkt sowieso schon weg sind.

Dann gibt es keine Karottenkekse.

Keine Blumen.

Keine Bienen.

Keine Fusscreme.

Und vermutlich auch keinen Schafuccino mehr. 

Womit wir dann beim vollständigen Zusammenbruch der Schafszivilisation wären.

Alles nur…

…weil es im Sommer ein bisschen zu heiss war.

Ich habe deshalb beschlossen, Wasser zu sparen.

Sehr konsequent sogar.
Heute Morgen habe ich beim Duschen die Trocken-Variante gewählt.

Also ohne Wasser.

Ging erstaunlich gut.

Ich bin zwar nicht sauberer als vorher…
…aber auch nicht nasser.

Man muss schliesslich Verantwortung übernehmen.

Möbi meinte noch, meine Gedankenkette sei wissenschaftlich nicht ganz belastbar.

Das kann natürlich sein.

Aber wenn er sich irrt…

…haben wir keine Karottenkekse mehr.

Und wenn ich mich irre…

…habe ich heute Morgen ein bisschen Wasser gespart.

Ich finde…

…das Risiko ist eindeutig auf seiner Seite.

Winnie out. 


PS. Langsam stellt sich mir allerdings eine andere Frage:
Was ist eigentlich das grössere Problem – ein heisser Sommer mit Wasserknappheit oder Hilde und ihre Füsse?

Weil…
Hitze und Wasserknappheit sind saisonbedingt.

Hildes Füsse hingegen…

…sind eine 365 Tage im Jahr tickende Zeitbombe.

Hmm…

Ich glaube, ich muss meine Risikoanalyse nochmals überarbeiten.

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