Der Tag, an dem Möbi glücklich sein wollte.

17.06.2026
Philosophische Illustration aus dem Winnieversum von Gerry Dressler: Schaf Möbi mit Brille sitzt am Schreibtisch und schreibt an einem „PROJEKT: GLÜCK“, während es denkt: „GLÜCK? ICH FINDE DAS JETZT WISSENSCHAFTLICH HERAUS!“. Vor ihm liegen Diagramme, Bücher über „GLÜCKOLOGIE“ und Notizen mit einer „GLÜCKSFORMEL“ ($G = K + Z - S$), „87 FRAGEN ZUM GLÜCK“ sowie einer Checkliste zur „FELDFORSCHUNG“ (mit Namen wie Winnie und Hilde). Im Hintergrund liegt das Schaf Winnie entspannt im Liegestuhl und isst Kekse. An der Wand hängt ein Bild mit dem Spruch „GLÜCK? OFT EINFACH NUR BEMERKEN.“.
Wissenschaft vs. Praxis im Winnieversum: Während die Theorie noch die perfekte Glücksformel berechnet, hat Winnie sie im Liegestuhl mit einer Portion Karottenkeksen längst bewiesen.

Liebes WinnieVersum...

Oder: Der Tag, an dem Möbi glücklich sein wollte

Hallo zusammen.

Heute muss ich euch von einem Vorfall berichten, der das gesamte WinnieVersum erschüttert hat.

Möbi wollte glücklich werden.

Ich weiss.....

Das klingt jetzt noch harmlos.

War es aber nicht.

Alles begann an einem Dienstag

Möbi sass vor seinem Notizblock.

Das allein ist noch nichts Besonderes.

Möbi sitzt oft vor seinem Notizblock.

Manchmal so lange, dass selbst sein Notizblock müde aussieht.

Doch an diesem Tag sagte er:

"Winnie, ich habe beschlossen, das Glück wissenschaftlich zu erforschen."

Ich blickte ihn an.

"Warum?"

"Weil ich herausfinden möchte, wie man zuverlässig glücklich wird."

"Karottenkekse."

"Nein."

"Schafolade?"

"Nein."

"Nicht arbeiten?"

"Auch nein."

"Dann weiss ich es nicht."

Das Projekt Glück

Schon am nächsten Morgen hatte Möbi:

  • 14 Diagramme erstellt

  • 3 Tabellen gezeichnet

  • 87 Fragen formuliert

  • 12 Farbstifte verbraucht

  • und einen Begriff erfunden, den niemand verstand

"Was bedeutet eigentlich emotionaldynamische Zufriedenheitsoptimierung?"

"Das ist kompliziert."

"Aha."

"Sehr kompliziert."

"Also weisst du es selber nicht?"

"Doch."

"Gut."

"Aber erklären kann ich es nicht."

Feldforschung

Möbi begann nun, alle Bewohner des WinnieVersums zu befragen.

Zuerst Hilde.

"Was macht dich glücklich?"

"Wenn niemand etwas über meine Füsse sagt."

Möbi schrieb.

Dann das Grinseschaf.

"Was macht dich glücklich?"

"😁"

"Das ist keine Antwort."

"😁😁"

Möbi schrieb trotzdem etwas auf.

Danach die Schnürpfelfee.

Sie sprach fünf Minuten Finnisch.

Niemand verstand etwas.

Möbi schrieb trotzdem.

Schliesslich kam Pfüddi.

"Was macht dich glücklich?"

"Nuggi."

"Sonst noch etwas?"

"Nuggi."

"Und darüber hinaus?"

"Nuggi."

Möbi schrieb: Antwort vermutlich unvollständig.

Mein Beitrag zur Wissenschaft

Am Nachmittag kam Möbi zu mir.

"Winnie, was macht dich glücklich?"

Ich sass auf der Wiese.

Neben mir lagen Karottenkekse und ein Schafuccino.

Die Sonne schien.

Ein leichter Wind bewegte meine Zipfelmütze.

"Das hier."

"Das ist keine wissenschaftliche Antwort."

"Doch."

"Nein."

"Doch."

"Nein."

"Dann schreib halt: Karottenkekse."

Der Zusammenbruch

Am Abend lagen überall Diagramme.

Tabellen.

Notizen.

Berechnungen.

Pfeile.

Kreise.

Unterkreise.

Nebenkreise.

Zusatzkreise.

Und ein Kreis, von dem niemand wusste, warum er überhaupt da war.

Möbi sah müde aus.

Sehr müde.

Er betrachtete seine Ergebnisse.

Dann schaute er aus dem Fenster.

Dort sass ich.

Immer noch auf der Wiese.

Mit einem Karottenkeks.

Und einem zweiten Karottenkeks.

Und vermutlich einem dritten.

Man soll ja immer genügend Material haben. 

Die Erkenntnis

"Winnie?"

"Ja?"

"Darf ich dich etwas fragen?"

"Natürlich."

"Bist du gerade glücklich?"

Ich dachte kurz nach.

Dann nickte ich.

"Ja."

"Warum?"

Ich blickte mich um.

Die Sonne ging langsam unter.

Die Vögel zwitscherten.

Die Welt war für einen Moment ganz ruhig.

"Weil es gerade schön ist."

Möbi schwieg.

Lange.

Dann lächelte er. Aber nur ganz leicht. 

"Vielleicht", sagte er schliesslich, "besteht das Geheimnis des Glücks nicht darin, es zu berechnen."

"Sondern?"

"Es zu bemerken!"

Möbis hochwissenschaftliche Schlussfolgerung

Am nächsten Tag präsentierte Möbi seine Forschungsergebnisse.

Sein offizielles Fazit lautete:

"Das subjektive Empfinden von Glück scheint in direkter Wechselwirkung mit der Fähigkeit zu stehen, angenehme Momente bewusst wahrzunehmen."

Ich übersetze das mal:

Manchmal reicht ein Karottenkeks auf einer Wiese.

Was ich gelernt habe

✅ Glück versteckt sich oft in kleinen Dingen.

✅ Nicht alles lässt sich berechnen.

✅ Manche Antworten passen nicht in Tabellen.

✅ Karottenkekse sind wissenschaftlich völlig unterschätzt.

Winnie out. 


Für alle, die Möbis Gedanken mögen

Die Frage, ob Glück und Pech wirklich das sind, was wir glauben, beschäftigte übrigens auch Gerry schon seit vielen Jahren.

Im Gegensatz zu Möbi hat er jedoch nicht mit 87 Fragen, 14 Diagrammen und einer emotionaldynamischen Zufriedenheitsoptimierung gearbeitet.

Er versuchte die Sache anhand eines Lotterie-Loses, persönlicher Erlebnisse und vieler alltäglicher Begebenheiten zu erforschen.

Die spannende Frage dabei:

Sind Glück und Pech tatsächlich real?

Oder sind es manchmal einfach nur Worte, die wir Ereignissen geben?

Was bei seiner Suche herausgekommen ist und welches Fazit er daraus gezogen hat, erfährst du im Buch:

📖 Glück & Pech. Nur Worte!

...und ebenfalls die Antwort auf die vielleicht wichtigste Frage überhaupt:

Ob Gerry heute Millionär ist.

"Ich kenne die Antwort übrigens schon. Aber Möbi hat mir verboten, Forschungsergebnisse vorzeitig zu veröffentlichen." 😄 

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